Sanierung „Giftberg Herzberg"
im Landkreis Elbe-Elster

Nutzungshistorie

Auf dem Gelände der ehemaligen Chemischen Fabrik Altherzberg Alfred Nieske GmbH wurde zwischen 1890 und 1935 Natriumdichromat sowie Chromoxihydrat in Pastenform hergestellt. Insbesondere bei Umkristallisations- und Fällungsprozessen fielen chromhaltige karbonatische und von der Konsistenz her pastöse Abfälle an, die auf dem „Giftberg" zur Ablagerung kamen. Auf einer  Fläche von 7.000 m² wurde, umgeben von Wohn- und Gewerbebebauung, eine 13 m hohe Aufhaldung aus ca. 42.000 m³ chromhaltigen Abfällen errichtet.

Aufgabenstellung

Die Altablagerung war hinsichtlich ihres umweltseitigen und geotechnisch relevanten Gefahrenpotentials zu untersuchen und zu bewerten. Im Anschluß wurde eine Sanierungsplanung erstellt und deren Realisierung fachtechnisch begleitet.


Auftraggeber/Projektgruppe

Auftraggeber war das Umweltamt des Landkreises Elbe-Elster. Die Entscheidungsfindung bzw. Bearbeitungsüberwachung erfolgte in einer Projektgruppe, der neben den Vertretern des Landkreises auch das Landesumweltamt Brandenburg angehörte.


Gefahrenlage

Bei den Untersuchungen der Gefahrenlage wurde festgestellt, daß die aufgeschütteten Materialien einen Gesamtchromgehalt von bis zu 26.000 mg/kg TS und einen Cr (VI)- Gehalt von bis zu 900 mg/kg TS aufwiesen. Das Material war der Witterung frei ausgesetzt. Die Böschungen standen mit einem Winkel bis zu 80° an und waren teilweise zu Überhängen geformt. Als potentielle Gefahren wurden die ungehinderte Infiltrationsmöglichkeit von kontaminierten Niederschlagswässern sowie die Gefahr von Verwehungen kontaminierten Staubes erkannt. Aus geotechnischer Sicht war das Abrutschen der Böschungen das größte Gefahrenmoment, wobei die Abrutschmassen in einen benachbarten Graben hätten abgleiten können, der als direkter Vorfluter zur Schwarzen Elster fungierte.

Sanierungsplanung

Wegen der akuten Gefahr des Böschungsbruches mußte zuerst eine Gefahrenabwehrmaßnahme durchgeführt werden, deren Ziel die Herstellung standsicherer Böschungsneigungen war. Die gesamte Altablagerung wurde nach einer Profilierung mit einer KDB abgedeckt.

premnitz_html_m32c50dd.jpg (27914 Byte)

Problempunkte

    • Das Haldenmaterial hatte eine pastöse Konsistenz und mußte hinsichtlich seiner Wiedereinbaufähigkeit untersucht werden.

    • Die Baumaßnahmen fanden unter beengten Platzverhältnissen statt. Die Aufhaldung war von Gebäuden umgeben.

Bearbeitungszeitraum

1995 bis 1998